破口 Einbruch in den Körper (cn | de)
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作者:小羊冰冰
我常常想,一座城池如果城墙高大坚固,戒备守卫严密,那么敌人是不可能攻入城内,涂炭生灵的。但是,万一城墙有个地方出现破口,没有及时修补,恐怕敌人就从那里攻打进来,后果将不可设想。

(一)
吃完晚饭后,我通常都会出去散步。这天也不例外,只是因为家务琐事的耽误,准备出门时天色比平时晚了许多,妻子担心我天黑以后走路不安全,我却不以为然,依旧坚持出去。于是我沿着熟悉的小路,穿过美丽的住宅小区,来到了一片森林的里面。若是在平常,此时该是夕阳时分,太阳的余晖洒在树枝之间,映红了秋天的树叶,在明暗之间画出一幅幅的美景。行人在此徜徉流连,享受金色的时光。
向左转弯,再前行一段路,就到了一片碧绿的湖畔,一株株高大的柳树围在湖的边上,成群的野鸭,鸳鸯,还有不知名的水鸟在水面上嬉戏,两只灰色的鹭鸟夹杂在这群水鸟中间,的确有些鹤立鸡群的感觉,却也能和平相处,相安无事。我经常来看望这鹭鸟,若是见不到它们,心里会有些怅然若失。
看到这番景色,不由得会想起朱自清写的梅雨潭,因为那湖水太绿了,绿得让人心醉,让人心驰神往。也会想起陶渊明的桃花源记,仿佛这里是一处不被世尘沾染的净地,可惜没有桃花,也没有流水,只有那深绿的,浅绿的湖面,间或被水鸟划开一道道的涟漪,在微风中一圈圈地荡漾。今天天色已暗,我顾不得流连,赶紧迈开步伐,向回家的方向走去。路过一个小桥时,我想走过桥,沿着右边的小路回家。转头又看见桥的左侧也有一条路,只是平常很少走。我不觉就往左边走去,走过交叉的一条大马路,又回到了左侧的小路上。
正要转弯的时候,迎面来了一个六十多岁的女人,她身边有一条花白的狗。这狗在不停的来回跑动,它从女人身边跑到草坡的下面,绕一个大圈,又飞快地跑回小路,从我的左侧飞奔而过,它的身体甚至碰到了我的身体。我十分惊惧,定睛看着这狗在草坡上飞奔,却不知所措。
眨眼之间,这狗又跑到我身边,我盯着它,身体绷紧,随时准备战斗,它却再一次绕到我的左侧,我赶紧向右侧躲闪。狗张着大嘴,狂吠一声,冲向我。我不由地惊叫一声,脚下突然一绊,仰面跌倒在地上。我知道这样的姿势非常危险,我必须马上站起来和恶狗搏斗。慌乱中我摸到一根木棍,一下子从地上跳起来,朝着狗急冲过去,狗却逃到草坡下面去了。
我感觉狗撞到我的大腿,隐约觉得有些疼,赶紧俯身查看,才发现左腿处被狗咬伤了,所幸牛仔裤没有咬破,只是皮肤被狗牙划破了一道小口,左胳膊肘却摔破了皮。我惊魂未定,站在原地,不知怎样去应对这番境况。那俄罗斯女人终于将狗捉住,她眼里也满是惊惧,夹杂着愧疚。我心里不由地生出怜悯之情,之前的愤怒和不平消失不见了。
(二)
过了几天,又是夕阳西照的时候,我打算再去湖边散步,这次却特意带了条打狗棒,以防万一。为什么我会受到狗的攻击? 莫非我身上有什么破口,被这狗识透了,所以它才发起了攻击。人们说,当狗要咬你的时候,你要盯住它,拉开架势,准备迎战,它就怕了,不敢轻易攻击了。
人生路上会遇到多少的意外和难处,这些意外和难处却总是在我没有做好准备的时候不期而至的,一个意外就可能让我惊慌失措,溃不成军。那么,谁是我的保障呢? 谁可以御敌于城池之外,保护城内一片平安呢? 我的城池有破口吗? 敌人会发现破口,并从破口攻进城内吗? 我的人生有依靠吗,我能享有平安吗?
假如城池有破口,我又该如何建造城池,修复破口呢? 圣子耶稣是平安的王,他赐下这世界夺不去的平安,给所有信靠他的人。在每一个困难里,在每一个意外中,在我措手不及,甚至一败涂地的时候,他拯救我出水火之地,抱我到坚固的磐石之上,使我可以回到平静安稳,享受生命的美好和平安。
如果我们的生命中有任何的破口,我们要勇敢起来堵住这破口,让主的生命成为我们全部的生命,让他所赐的生命水时刻涌流在我们心中,让他成为我们一生的保障。这样,我们就不怕任何仇敌的攻击,可以在风雨雷电的险境之中得以解脱,平安度过人生一切的艰难,逃脱眼睛看不见的陷阱。
“耶和华是应当称颂的,他没有把我们当野食交给他们吞吃。我们好像雀鸟从捕鸟人的网罗里逃脱,网罗破裂,我们逃脱了。我们得帮助,是在乎倚靠造天地之耶和华的名。”(诗 篇124:6-8)
(2020年12月27日初稿 12月30日改稿)
Bruchstelle – Ein Eindringen in die Köper
Von: Bing Bing Weidemann
Ich denke oft: Wenn eine Stadt hohe, feste Mauern hat und gut bewacht wird, dann ist es unmöglich für den Feind, einzudringen und die Menschen zu vernichten. Doch was, wenn an einer Stelle ein Riss entsteht – ein Bruch, der nicht rechtzeitig geflickt wird? Dann könnte genau dort der Feind einfallen. Und die Folgen wären unvorstellbar.
(I)
Nach dem Abendessen gehe ich gewöhnlich spazieren. An jenem Tag war es nicht anders, nur war es wegen kleiner Hausarbeiten schon viel später geworden als sonst. Meine Frau machte sich Sorgen – es sei gefährlich, im Dunkeln zu gehen. Doch ich nahm es nicht ernst und bestand auf meinem Spaziergang. Ich folgte dem vertrauten Pfad, durchquerte eine schöne Wohnsiedlung und gelangte schließlich in einen Wald.
Normalerweise ist es zu dieser Zeit Sonnenuntergang. Die letzten Strahlen der Sonne brechen durch das Geäst und tauchen das Herbstlaub in flammendes Rot. Licht und Schatten malen ein wechselndes Bild – Spaziergänger schlendern dahin, gefangen in goldenen Momenten.
Einige Schritte weiter, nach einer Linkskurve, erreichte ich das Ufer eines smaragdgrünen Sees. Mächtige Weiden säumten das Ufer, auf dem Wasser tummelten sich Wildenten, Mandarinenten und andere Wasservögel. Zwei graue Reiher mischten sich unter sie – wie edle Fremde unter dem gemeinen Volk. Und doch lebten sie friedlich mit ihnen. Ich besuche diese Reiher oft; wenn ich sie nicht sehe, verspüre ich eine stille Leere.
Der Anblick erinnerte mich an Zhu Ziqings Beschreibung des „Meiyu-Teichs“. So grün war das Wasser, dass es einen in Träumen wiegte. Auch dachte ich an das „Pfirsichblütenquell-Paradies“ von Tao Yuanming – ein unberührter Ort, frei von Staub der Welt. Keine Pfirsichblüten, kein murmelnder Bach, nur tief- und hellgrüne Wasserflächen, durchzogen von den sanften Wellen, die die Vögel mit ihren Flügeln zogen. Heute war es jedoch schon spät, ich hatte keine Zeit zum Verweilen, also wandte ich mich rasch dem Heimweg zu.
An einer kleinen Brücke wollte ich nach rechts abbiegen, entschied mich aber spontan, den linken, weniger begangenen Pfad zu wählen. Ich überquerte eine größere Straße und war bald wieder auf einem schmalen Weg.
In diesem Moment kam mir eine etwa sechzigjährige Frau entgegen – an ihrer Seite ein weiß-grauer Hund. Das Tier rannte unermüdlich hin und her: vom Wegrand auf die Böschung, in einem großen Bogen zurück auf den Pfad. Mit voller Geschwindigkeit rannte es an meiner linken Seite vorbei – sein Körper streifte meinen.
Ich erschrak. Starrte dem Hund nach, der wild umherjagte, wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Im nächsten Augenblick stürmte das Tier erneut auf mich zu. Ich spannte meinen Körper, bereit, mich zu verteidigen. Der Hund schnappte nach mir, bellte laut, sprang – ich wich nach rechts aus, doch stolperte und fiel rücklings zu Boden.
Ich wusste: Diese Haltung war gefährlich. Ich musste sofort aufstehen, mich dem Angriff stellen. In Panik tastete ich nach einem Ast, sprang auf und stürmte auf den Hund zu – dieser aber floh die Böschung hinunter.
Ich spürte Schmerz im Oberschenkel, beugte mich vor und entdeckte: Der Hund hatte mich gebissen. Die Jeans war nicht durch, doch die Haut war aufgeschlitzt. Mein linker Ellenbogen war aufgeschürft. Ich stand wie betäubt da, wusste nicht, was ich tun sollte. Die russische Frau hatte den Hund schließlich eingefangen. In ihren Augen lag Angst – und Scham. Merkwürdigerweise verflog mein Zorn. Stattdessen empfand ich Mitgefühl.
(II)
Einige Tage später, wieder bei untergehender Sonne, ging ich erneut zum See – diesmal mit einem Stock in der Hand, zur Verteidigung. Warum hatte mich dieser Hund angegriffen? Hatte er eine Schwäche, eine „Bruchstelle“ in mir erkannt?
Man sagt: Wenn ein Hund angreift, soll man ihm fest in die Augen sehen, Haltung zeigen, zur Gegenwehr bereit sein – dann schreckt er vielleicht zurück.
Wie viele unerwartete Herausforderungen begegnen uns im Leben? Und wie oft überraschen sie uns, wenn wir unvorbereitet sind? Ein einziger Schock kann uns aus der Fassung bringen. Doch wer schützt mich dann? Wer hält die Feinde draußen, bewahrt mein Innerstes?
Habe ich Risse in meinen Mauern? Wird der Feind sie entdecken und dort eindringen? Habe ich eine feste Zuflucht, kann ich wirklich in Frieden leben?
Wenn meine innere Festung beschädigt ist – wie kann ich sie wieder aufbauen, die Bruchstellen flicken?
Der Sohn Gottes – Jesus – ist der Fürst des Friedens. Er schenkt Frieden, den die Welt nicht geben kann, jenen, die ihm vertrauen. In jeder Not, in jedem Schock, selbst wenn ich am Boden liege – er rettet mich aus Wasser und Feuer, trägt mich auf einen festen Felsen zurück in die Ruhe, ins Leben, in den Frieden.
Wenn es Bruchstellen in unserem Leben gibt, dann lasst uns mutig sein und sie schließen. Lasst das Leben des Herrn unser Leben erfüllen. Lasst das Wasser seines Lebens in uns fließen – stetig und lebendig. Er sei unser Schutz, unser Schild.
Dann fürchten wir keinen Angriff mehr. Selbst im Sturm, bei Blitz und Donner, werden wir bestehen – und allen Fallen entkommen, die das Auge nicht sieht.
„Gelobt sei der HERR, der uns nicht zum Raub ihren Zähnen überließ! Unsere Seele ist wie ein Vogel dem Netz des Jägers entkommen; das Netz ist zerrissen, und wir sind entronnen. Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.“
– Psalm 124,6–8
(Erstentwurf vom 27. Dezember 2020, überarbeitet am 30. Dezember 2020)
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