冰冰文字|原创文学栖息地 · Bing Bing: In Worten

在诗与散文的缝隙里,生命悄然栖居

Zwischen Lyrik und Prosa findet das Leben leise seinen Ort

散文 · 诗歌 · 人生 | 原创 · 公益 · 福音

第一个冬天 Der erste Winter (cn | de)

🟣 愿你的日子常被光照亮
🟣 Copyright © 2012–2026 冰冰文字 • 版权所有
🟣 中文字数:1699

0:00 / 0:00

🕒 阅读时间 · Lesezeit: 5 分钟 / Minuten

中文Deutsch

作者:小羊冰冰


我今年回国探亲,正好是深秋时节,偶遇了二十年以来第一个家乡的冬天。往常回国都是中小学生暑期放假的时候,机票和旅馆价格高得惊人,却也无奈,因为假期被孩子们的学期表牵着走,别无选择。寒假太冷了,北方的家乡天寒地冻,光是想象,就足以让人却步。于是这些年,我们总是在盛夏回家,在最热闹、也最匆忙的季节里,完成省亲。

今年却不同了。两个孩子都上了大学,假期的安排终于松动下来。我们的机票是十月中旬。那天飞机穿越漫长的夜色,落地时天还没有亮透。机场大巴驶出机场,道路两旁的树显出疲态,叶子在风中摇晃,像一场早已注定的告别。透过车窗玻璃,远山低伏,河水收紧,城市的轮廓在寒意中若隐若现。

(Foto von John Price auf Unsplash)

妹夫的车径直开到了小区楼下,下车的那一刻,我看见了久违的父亲。他站在院子里,脸上露出欣喜和期盼,身形有些摇晃不稳,脆弱而孤单。我惊讶地望着父亲。父亲缓缓地说,膝盖的疼痛改变了他的行动节奏,每一步都要思量好才走。

我放慢脚步,双手搀扶他的胳膊,心里不敢相信这眼前的情景。时间留在他身上的,远不止是稀疏的白发和刀刻的皱纹,还有一种迟缓和行动不便 —— 啊,那是我漂流在外,多年缺席而留下的痕迹。

我心里一阵阵地发紧,既是疼惜,也是震惊;既是怅然,也是幡然觉醒。过去那个强壮的父亲,如今已经虚弱了,他的身影被冬日的阳光拉长,拖在院落的水泥地上,孤独而无助地蹒跚着。

陪父亲去医院,成了我生活的主线。诊所的灯光冷白,走廊狭长。我们反复坐在等候区,看号码跳动,听名字被叫起,又一次次走出来。药换了,治疗换了,医生也换了,疼痛却始终停留在原处。父亲起身时要格外努力,轻轻吸一口气。那细小的声音,比任何叹息都更重。我坐在一旁,清楚地意识到:原来爱,并不能替人承受病痛。

于是,我们为父母办了一场宴会。不是为了庆祝什么,只是想让这个家,在短暂的时间里明亮起来。大家来到名为“钰”的包厢里,这名字像是轻轻提醒我,这一刻的珍贵,不在于形式,而在于父母与家的存在。桌上是熟悉的菜肴,热气缓缓升起。四束玫瑰花摆放在门口的桌台上,红得热烈而突兀。我把刻着“平安喜乐”的黄金饰品递给父亲,他低头看了很久,没有说话。母亲坐在一旁,轻轻笑着,我却在那笑容里,看见了岁月的痕迹,感受到这份久违的完整与温暖 —— 这一刻,家、父母和生活的美和,成为我生命中最重要的实质内涵。

(图片版权:夏赞)

十月的最后一个周五的晚上,在苏木素日记资料馆,我站在台前,讲述自己二十多年的留洋经历,许多细节是父母第一次听到。那些新发现的事情在他们心里掀起涟漪,他们眉头微蹙,眼神里带着难过——不是因为事情本身,而是因为他们无力改变过去的事实,只能静静注视着我。

随后,大家朗读了我的散文《中国,我的母亲》。我在德国数次公开朗读这篇文章,而唯有这一次,我的母亲就坐在眼前,父亲在她旁边,妹妹和妹夫们则在后面并排而坐。那一排专注的目光,像生命的微光穿透我的心底。原来,我背井离乡的意义,或许正是在此——让那些从不站在聚光灯下的人,终于被认真而仔细地看见。我为此已经等候了二十年。

朗读结尾的时候,有些人眼眶湿润,低声啜泣。我回头看向母亲,母亲起身,我们在台上紧紧拥抱,那一瞬间,比任何远方的风景更加真实,温暖与安心。

一个月很快过去了。离开家的清晨,空气已经带着初冬的冷意。父亲拄着拐杖,送我到门口,站了很久。母亲反复叮嘱,像从前无数次那样。我没有多说话,只是看着他们,努力把这一幕留在心里。告别并不需要语言,沉默本身,就已经足够完整。

回到柏林,生活重新恢复秩序。街道冷静,风景优雅,一切照旧。有一天清晨,我在厨房里泡咖啡,扭头看到窗外天色阴沉。那一刻,我忽然明白——父亲并不是突然老去的。他只是站在那里,而我,终于走到了必须看见他的年纪。

“但那等候耶和华的,必重新得力。他们必如鹰展翅上腾;奔跑却不困倦,行走却不疲乏。”(以赛亚书 Isaiah 40:31)

(2025年12月19日 德国柏林)


德文翻译版:

Der erste Winter
Author: Bing Bing Weidemann

In diesem Jahr kehrte ich im Spätherbst in meine Heimat zurück – und begegnete dabei zum ersten Mal seit fünfundzwanzig Jahren wieder einem Winter dort.

Frühere Heimreisen fielen fast immer in den Sommer. Wenn Schülerinnen und Schüler Ferien haben, schnellen Flug- und Hotelpreise in die Höhe, doch es blieb uns keine Wahl. Unsere beiden Kinder gingen noch zur Schule, unser Urlaub richtete sich nach ihren Stundenplänen – Sommer- oder Winterferien, etwas anderes gab es nicht. Der Winter kam ohnehin kaum infrage: Die Kälte im Norden der Heimat, eisig und erbarmungslos, genügte schon in der Vorstellung, um abzuschrecken. So kehrten wir Jahr für Jahr im Hochsommer zurück – in der geschäftigsten, zugleich flüchtigsten Zeit –, um unsere Besuche hastig zu vollziehen.

Dieses Jahr war alles anders. Beide Kinder studieren inzwischen, und zum ersten Mal wurde Zeit wieder beweglich. Wir buchten unsere Flüge für Mitte Oktober – eine Jahreszeit, die ich lange übersehen hatte: frei von Festen, ohne Rituale, wie ein leer gelassener Abschnitt im Kalender des Lebens.

Als das Flugzeug nach einer langen Nacht landete, war der Himmel noch nicht ganz hell. Die Reise hatte den Körper ermüdet, doch der Geist war seltsam wach. Der Flughafenbus fuhr hinaus in die Stadt. Die Bäume am Straßenrand wirkten bereits erschöpft, ihre Blätter schwankten im Wind wie in einem Abschied, der längst beschlossen war. Die Berge lagen flach und geduckt, der Fluss zog sich zusammen, und die Konturen der Stadt wurden nach und nach von Kälte nachgezeichnet. Ich begriff: Der Winter der Heimat beginnt nicht mit dem ersten Schnee – er hat sich schon längst in das Skelett des Herbstes eingeschrieben.

Als ich ausstieg, sah ich meinen Vater. Er stand im Hof, als hätte er sich bewusst auf das Warten vorbereitet – und könne doch jeden Moment wieder auf den Stuhl im Haus zurückweichen. Die Schmerzen in seinen Knien hatten seinen Rhythmus verändert, jeder Schritt musste berechnet werden. Unwillkürlich verlangsamte ich meinen Gang, aus Angst, etwas zu stören. Die Zeit hatte nicht nur graue Haare bei ihm hinterlassen, sondern auch eine neue Langsamkeit – Spuren meiner jahrelangen Abwesenheit.

Ich sah ihn an, und in mir zog sich etwas leicht zusammen, wie Luft, die sanft zusammengedrückt wird. Es war zugleich Mitgefühl und Erschrecken, Wehmut und ein stilles Erwachen. Der Vater meiner Erinnerung, einst kräftig und aufrecht, erschien nun im winterlichen Licht gedehnt, verletzlich und einsam. Und ich – zum ersten Mal – spürte wirklich: Diese Verletzlichkeit überlagerte den vertrauten Vater und war ihm doch fremd.

Die Begleitung meines Vaters ins Krankenhaus wurde zum Mittelpunkt meiner Tage. Kaltes, weißes Licht, lange Flure. Wir saßen immer wieder im Wartebereich, beobachteten die springenden Nummern, hörten Namen aufgerufen werden, gingen hinein und kamen wieder heraus. Medikamente wechselten, Therapien wechselten, Ärzte wechselten – der Schmerz jedoch blieb. Mein Vater klagte kaum; nur beim Aufstehen musste er sich sammeln und leise Luft holen. Dieses kaum hörbare Geräusch wog schwerer als jedes Seufzen. Neben ihm sitzend wurde mir klar: Liebe kann Schmerzen nicht anstelle eines anderen tragen.

So veranstalteten wir ein Fest für unsere Eltern. Nicht um etwas zu feiern, sondern um diesem Haus für einen kurzen Moment Helligkeit zu schenken. Wir versammelten uns in einem Raum namens „Yu“ – Jade –, ein Name, der mich sanft daran erinnerte, dass der Wert dieses Augenblicks nicht in der Form lag, sondern in der Existenz von Eltern und Zuhause. Auf dem Tisch standen vertraute Gerichte, der Dampf stieg langsam auf. Vier Sträuße roter Rosen lagen auf dem Tisch am Eingang, leuchtend und beinahe aufdringlich. Ich reichte meinem Vater ein goldenes Schmuckstück mit der Gravur „Frieden und Freude“. Er betrachtete es lange, ohne ein Wort. Meine Mutter saß daneben und lächelte leise. In diesem Lächeln sah ich die feinen Spuren der Jahre – und spürte zugleich eine lange vermisste Ganzheit und Wärme. In diesem Moment wurden Haus, Eltern und die Harmonie des Lebens zur greifbarsten Wirklichkeit meines Daseins.

Am letzten Freitagabend im Oktober stand ich im Su Musu Tagebucharchiv auf der Bühne und erzählte ruhig von meinen mehr als zwanzig Jahren im Ausland. Viele Details hörten meine Eltern zum ersten Mal. Diese neuen Erkenntnisse warfen kleine Wellen in ihre Herzen. Ihre Stirnen zogen sich zusammen, in ihren Blicken lag Schmerz – nicht wegen der Erlebnisse selbst, sondern weil sie die Vergangenheit nicht mehr verändern konnten und mich nur still betrachten konnten.

Anschließend lasen die Anwesenden abwechselnd meinen Essay „China, meine Mutter“. Meine Eltern saßen im Publikum, meine Schwestern und Schwäger nebeneinander. Diese Reihe von Blicken war still und konzentriert, wie ein schwaches Licht, das tief ins Innere dringt. In diesem Moment verstand ich: Vielleicht liegt der Sinn all der Jahre des Fortgehens genau hier – darin, jene Menschen, die nie im Rampenlicht stehen, endlich ernsthaft und behutsam gesehen werden zu lassen.

Als die Lesung endete, waren einige Augen feucht, leises Schluchzen erfüllte den Raum. Ich blickte zu meiner Mutter, sie stand auf, und wir umarmten uns fest auf der Bühne. Diese Wärme und Geborgenheit waren tiefer als jeder Applaus – wirklicher als alle fernen Landschaften meiner Erinnerung.

Ein Monat verging schnell. Am Morgen der Abreise lag bereits der Atem des Frühwinters in der Luft. Mein Vater begleitete mich mit dem Stock bis zur Tür und blieb lange stehen. Meine Mutter ermahnte mich immer wieder, wie unzählige Male zuvor. Ich sagte wenig, sah sie nur an und versuchte, dieses Bild in mir festzuhalten. Abschied braucht keine Worte – das Schweigen selbst ist bereits vollständig.

Zurück in Berlin nahm das Leben wieder seine Ordnung an. Ruhige Straßen, elegante Kulissen, alles wie gewohnt. Eines Morgens stand ich in der Küche und goss mir Wasser ein. Draußen war der Himmel grau. In diesem Moment begriff ich: Mein Vater ist nicht plötzlich alt geworden. Er stand schon immer dort – und ich bin nun endlich in das Alter hineingewachsen, ihn wirklich zu sehen.

(Berlin, Dezember 2025)

Sign up to receive our latest posts and a spark of encouraging words.

【文章版权】

本文文字和图片分别由其作者提供,并经作者知情送达冰冰文字事工。作者对文章内容及文中所使用图片的合法性与真实性负责。除非作者在文章发布之日起三个月内明确提出异议,即视为授权冰冰文字事工在本博客发表,并在将来公开出版等用途中使用,作者保留署名权及原始版权。如有异议,请及时联系我们,我们将处理您的诉求。感谢您的支持。


评论

3 responses to “第一个冬天 Der erste Winter (cn | de)”

  1. 柳* 的头像
    柳*

    写得太感人了

  2. 曹* 的头像
    曹*

    文字朴实、亲切,接地气

  3. 夏* 的头像
    夏*

    看完了你的文章。家庭生活写出来让人感觉特别温馨,与父辈之间的亲情让人感动。父母年龄大了,时常回来看看吧。

发表回复

您的邮箱地址不会被公开。 必填项已用 * 标注