夏天与树 Der Sommer und die Bäume (cn | de)
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── 致住在Potsdam的斯蒂芬一家
作者:小羊冰冰 Bing Bing Weidemann

夏天到了,比预期的要早一些。我和妻子减了身上的衣服,带上二胡,兴致勃勃地向波茨坦无忧宫公园出发了。柏林的街头树木齐排排的,叶子新鲜翠绿,个个充满生机。据说柏林市有四十多万株树木,树种大约是两百多。我开始仔细辨认,才发现同一条街上,居然有那么多不同的树种。
我家附近街上最常见的当属七叶树,正在开粉红的,白的花,树冠的里里外外都是花,煞是好看。这七叶树花期长,几乎和樱花一起开放,如今樱花早已凋谢,这七叶树花开的正旺。玉兰花树也很常见,一树树的玉兰花,迎风摇曳,玉树临风,艳而不媚。
椴树托举着心型的叶片,和橡树站在一起,枝叶交叉,像是守卫和平的士兵列队。白桦树裸露着它那引以为傲的树干,洋槐的小圆点叶片透出醉人的嫩绿,它的花香袭人,吸引来许多狂蜂浪蝶。
居然还看到了法国梧桐,高大挺拔,根深叶茂。还有挪威枫树,虽比北京香山的枫树高大,叶子却像极了香山的枫树,只是叶子翠绿的流油,哪里有秋天红叶的一丝痕迹。我曾经在北京上学,数次造访香山,那山路上留下我的脚印,枫树林曾听过我心里的惆怅故事。
我们坐上城市快车,车在绿色的树林里飞驰,正午的阳光照的两旁的树林明暗交替,斑驳陆离。下了车,赶紧戴上遮阳帽,想起前两天还在到处寻找晒太阳的地方,如今却要躲避阳光了。
到了波茨坦,改乘了公交大巴,路旁的树木仿佛变了个样,没有了柏林的高大繁茂,却有了小家碧玉的秀气,许多的树身上都披上了爬山虎,自然又是一番景观。
无忧宫的门口有座巨大的风磨,需仰视才见。当年,儿子欢欢出生在这座城市,我们的家就在附近,我常常从窗口望着这风磨,它静静地伫立着,缓缓地转动着。转过弯进大门的地方,一个德国男人身穿古装,吹长笛招徕顾客。
我们走进了公园。皇家宫殿在正午的阳光下熠熠生辉,显得气宇轩昂,葡萄园在梯田里在静静地生长,洁白的小石子围住花园的四周,营造出洁白而高贵的气质。我快步走向公园中心的喷泉湖,湖水喷涌到十多米的高处,一泻而下,蔚蓝的湖面在喷泉的冲击下,抖动着,喧闹着,连绵不断地泛起一圈圈的涟漪。我不禁驻足,在轻柔的低沉而坚定的水流声中,不住地浏览周围的景致。
我们来到湖边的一棵大树前面,这是棵高大的榉树,树干粗壮,树冠浓密,树干从根部开始分岔,几个分枝都十分壮实挺拔。想起当年爸爸和妈妈也曾驻足树前,爸爸喜不自胜,要我给他和妈妈拍照留念。我以为这是两棵连根树,喻表两个人永结同心,奔赴爱情长跑,不由地暗自窃笑。今天再看这棵树,惊奇地发现居然不止两个分枝,前面是两个,后面还有三个,五个分枝都一样茁壮茂盛。原来,爸爸在这个树前看到的是我们一家五口人。
妻子看到一处绝佳的乘凉椅,我们快步上前,坐了下来。
树荫像一把巨大的绿伞,将炽烈的阳光挡在外面。微风从湖面吹来,带着青草与树叶的芬芳。不远处,喷泉依旧不知疲倦地跃向天空,又化作万千水珠洒落下来,在阳光下闪烁着细碎的光芒。
我静静地环顾四周。高大的古树舒展着枝叶,湖水映照着蓝天白云,鸟儿在树梢间鸣唱,风吹过树冠,发出轻柔的沙沙声。那一刻,我忽然想起一首赞美诗:
“这是天父世界,
宇宙歌唱四围响应。”
原来赞美从来不只是人的声音。喷泉奔流不息,树叶轻轻低语,飞鸟在枝头歌唱,湖面泛着粼粼波光。春天的新绿,夏日的繁花,秋天的金黄,冬日的白雪,都在无声地诉说着创造的奇妙。
人们赞叹宫殿的宏伟,园林的精致,而我眼前最动人的,却是这些自由生长的树木、流动的湖水和明亮的阳光。它们彼此映衬,彼此成全,仿佛共同谱写着一首没有休止符的乐曲。
想到这里,我轻轻打开琴盒,取出二胡。当琴弓落下,《You Raise Me Up》的旋律缓缓流淌出来。那深情而温暖的乐句,仿佛从湖面升起,又随着微风飘向远方。琴声穿过树荫,越过喷泉,与风声、水声和鸟鸣交织在一起。
喷泉是低沉而坚定的和声,鸟鸣是清澈明亮的高音,树叶在风中的摇曳是轻柔的节拍,而我手中的二胡,不过是在这宏大的乐章里添上一条细细的旋律。
这一刻,我忽然感到,人所能创造的或许并不多,却依然有幸参与其中,与天父同工。画家用色彩回应风景,诗人用文字回应感动,而我用琴声回应眼前这一切的美丽。
渐渐地,有人停下了脚步。一对老夫妇挽着手站在树下,静静聆听;几个孩子停止追逐,好奇地望向这边;骑车经过的年轻人也驻足张望。有人微笑,有人点头,有人拿出手机记录下这一刻。
没有人说话。
喷泉依旧歌唱,树林依旧摇曳,阳光透过枝叶洒落下来,二胡的旋律在空气中缓缓飘散。
忽然间,我觉得《这是天父世界》不再只是一首赞美诗。它就在眼前。在湖水里,在树荫下,在飞鸟的歌唱中;也在人们驻足倾听的身影里,在缓缓流淌的琴声里,在每一颗被美所触动的心里。
而我所做的,不过是和喷泉一起,和树叶一起,和微风一起,加入这场早已开始的赞美。
(2026年6月 德国柏林)
Der Sommer und die Bäume
── Für die Familie Steffen in Potsdam
Author: Bing Bing Weidemann
Der Sommer kam früher, als wir erwartet hatten.
Meine Frau und ich legten einige Schichten Kleidung ab, nahmen die Erhu mit und machten uns voller Vorfreude auf den Weg zum Park von Sanssouci in Potsdam.
Die Straßen Berlins werden von endlosen Baumreihen gesäumt. Frische, leuchtend grüne Blätter zeugen überall von neuem Leben. Man sagt, dass Berlin über vierhunderttausend Straßenbäume und mehr als zweihundert verschiedene Baumarten besitzt. Erst als ich begann, genauer hinzusehen, bemerkte ich, wie viele unterschiedliche Bäume selbst entlang derselben Straße wachsen.
In unserer Nachbarschaft sind Rosskastanien besonders häufig. Ihre weißen und rosafarbenen Blüten bedecken die Kronen wie Kerzenlichter. Die Kirschblüten sind längst vergangen, doch die Kastanien stehen noch immer in voller Pracht. Auch Magnolien begegnet man überall. Ihre Blüten schwingen sanft im Wind – elegant und anmutig, prachtvoll, ohne aufdringlich zu wirken.
Linden strecken ihre herzförmigen Blätter dem Himmel entgegen und stehen Seite an Seite mit den Eichen, als wären sie Wächter eines friedlichen Reiches. Die Birken präsentieren stolz ihre hellen Stämme. Die Robinien tragen zarte, runde Blätter in einem Grün, das fast unwirklich erscheint, während ihr süßer Duft Bienen und Schmetterlinge anzieht.
Zu meiner Überraschung entdeckte ich sogar Platanen, hoch aufragend und kraftvoll. Und dann die Spitzahorne, deren Blätter mich sofort an die Ahornwälder des Fragrant Hills Parks in Peking erinnerten. Nur das satte Sommergrün verriet, dass der Herbst mit seinen roten Farben noch fern war. Während meiner Studienzeit in Peking war ich oft dort gewesen. Die Waldwege kennen meine Schritte, und die Ahornbäume haben einst meinen stillen Gedanken gelauscht.
Mit der Regionalbahn fuhren wir durch grüne Wälder. Das Licht der Mittagssonne fiel durch die Baumreihen und ließ helle und dunkle Flächen in ständigem Wechsel vorbeiziehen. Noch vor wenigen Tagen hatte ich nach sonnigen Plätzen gesucht; nun griff ich nach meinem Sonnenhut, um mich vor der Hitze zu schützen.
In Potsdam angekommen, stiegen wir in den Bus um. Die Landschaft wirkte plötzlich verändert. Die Bäume waren weniger mächtig als in Berlin, dafür wirkten sie feiner und beinahe zierlich. Viele Stämme waren von Efeu umhüllt, was der Umgebung ihren eigenen Charme verlieh.
Am Eingang von Sanssouci erhebt sich die große historische Windmühle. Man muss den Kopf heben, um sie ganz zu erfassen. Als unser Sohn Huanhuan in dieser Stadt geboren wurde, lebten wir ganz in der Nähe. Oft blickte ich aus dem Fenster auf diese Windmühle, die still dastand und sich langsam im Wind drehte. Gleich hinter dem Eingang spielte ein Mann in historischer Kleidung auf seiner Flöte und lockte damit die Besucher an.
Wir betraten den Park. Das Schloss glänzte im Licht der Mittagssonne und strahlte eine ruhige Würde aus. Die Weinreben auf den Terrassen wuchsen still ihrem Sommer entgegen. Helle Kieswege umrahmten die Anlagen und verliehen ihnen eine besondere Eleganz.
Mein Weg führte mich direkt zum großen Springbrunnen. Das Wasser schoss hoch in den Himmel und fiel rauschend zurück in den See. Die Oberfläche des Wassers bebte unter den Fontänen, Wellen breiteten sich in unzähligen Kreisen aus. Ich blieb stehen und betrachtete die Szenerie, begleitet vom stetigen, zugleich sanften und kraftvollen Klang des Wassers.
Am Ufer fiel mein Blick auf eine mächtige Rotbuche. Ihr Stamm teilte sich schon nahe am Boden in mehrere kräftige Äste, die gemeinsam eine gewaltige Krone trugen.
Plötzlich erinnerte ich mich daran, wie meine Eltern einst genau an dieser Stelle standen. Mein Vater war begeistert und bat mich, ein Foto von ihm und meiner Mutter aufzunehmen. Damals hielt ich den Baum für zwei miteinander verbundene Stämme und lächelte insgeheim über dieses Sinnbild lebenslanger Verbundenheit.
Heute bemerkte ich etwas, das mir damals entgangen war.
Es waren nicht zwei Stämme.
Es waren fünf.
Vorne zwei, dahinter drei weitere, alle gleich stark und voller Leben.
Da verstand ich plötzlich, was mein Vater damals gesehen hatte:
unsere ganze Familie.
Fünf Menschen.
Ein einziger Baum.
Nicht weit davon entdeckte meine Frau eine Bank im angenehmen Schatten. Wir setzten uns.
Die Baumkrone spannte sich wie ein grünes Dach über uns und schirmte die Sommerhitze ab. Vom See her wehte ein leichter Wind, erfüllt vom Duft frischer Blätter und von Gras. In der Ferne stiegen die Wasserfontänen unermüdlich empor und zerfielen im Sonnenlicht zu tausenden funkelnden Tropfen.
Ich ließ meinen Blick schweifen. Alte Bäume breiteten ihre Äste aus. Der See spiegelte den Himmel. Vögel sangen zwischen den Zweigen, und der Wind strich leise durch das Laub.
In diesem Augenblick erinnerte ich mich an ein altes Kirchenlied:
„Dies ist meines Vaters Welt,
und ringsum klingt sein Lob.“
Mir wurde bewusst, dass Lobpreis nicht erst beginnt, wenn Menschen singen.
Der Brunnen singt.
Die Blätter flüstern.
Die Vögel antworten.
Das Wasser trägt das Licht.
Das frische Grün des Frühlings, die Blüten des Sommers, das Gold des Herbstes und die Stille des Winters erzählen alle von der Schönheit des Schöpfers.
Viele bewundern die Pracht der Schlösser und die Kunst der Gärten. Doch an diesem Tag berührten mich vor allem die Bäume, das Wasser und das Licht. Alles schien miteinander verbunden, als würde die ganze Schöpfung eine große Symphonie spielen.
Ich öffnete meinen Geigenkasten und nahm die Erhu heraus.
Als der Bogen die Saiten berührte, begann die Melodie von „You Raise Me Up“.
Warm und voller Sehnsucht erhob sie sich über den See und wurde vom Wind weitergetragen. Die Klänge vermischten sich mit dem Rauschen des Wassers, dem Rascheln der Blätter und dem Gesang der Vögel.
Der Brunnen wurde zur tiefen Begleitstimme.
Die Vögel übernahmen die hohen Töne.
Die Blätter gaben den Rhythmus vor.
Und meine Erhu fügte dieser großen Komposition nur eine weitere, zarte Melodielinie hinzu.
In diesem Moment empfand ich tiefe Dankbarkeit.
Was Menschen erschaffen können, mag klein sein. Doch wir dürfen teilnehmen. Der Maler antwortet mit Farben, der Dichter mit Worten – und ich antwortete mit Musik auf die Schönheit, die vor mir lag.
Nach und nach blieben Menschen stehen. Ein älteres Ehepaar hörte schweigend zu. Kinder unterbrachen ihr Spiel. Radfahrer verlangsamten ihre Fahrt. Manche lächelten, manche nickten, andere hielten diesen Augenblick mit ihrem Handy fest.
Niemand sagte ein Wort.
Der Brunnen sang weiter. Die Bäume bewegten sich im Wind. Das Sonnenlicht fiel durch die Zweige. Und die Klänge der Erhu schwebten langsam durch die warme Sommerluft.
Da verstand ich, dass „Dies ist meines Vaters Welt“ weit mehr ist als nur ein Kirchenlied. Es war hier.
Im Wasser.
Im Schatten der Bäume.
Im Gesang der Vögel.
Aber auch in den Menschen, die stehen geblieben waren.
In der Musik. Und in jedem Herzen, das sich von Schönheit berühren ließ.
Und alles, was ich tat, war dies:
mich gemeinsam mit dem Brunnen,
mit den Blättern
und mit dem Wind
in einen Lobpreis einzureihen, der längst begonnen hatte.
(Berlin, Juni 2026)
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